Follow me:

Vegane Lederalternativen: Pinatex, Papier, MuSkin, Kork & Barkcloth

Obwohl ich kein Veganer bin und hin und wieder auch Leder kaufe, schaue ich mich bereits länger nach Alternativen um. Schließlich sind weder Leder selbst noch Kunstleder-Erzeugnisse so richtig umweltfreundlich. Schon bei den Rohstoffen kann keine der beiden Varianten wirklich punkten – die Wahl zwischen toter Tierhaut und Produkten auf Erdöl-Basis bringt mich regelmäßig ins Grübeln. Glücklicherweise gibt es immer mehr findige Köpfe, die sich dem Problem annehmen und innovative Prozesse entwickeln oder uralte Techniken ausgraben, um dem Dilemma ein Ende zu bereiten. Fünf vegane Lederalternativen möchte ich euch im heutigen Post vorstellen.

 

Lederersatz aus Ananas: Piñatex

pinatex-leder-alternative-leather-1

 

Wer denkt, dass das sogenannte „Ananasleder“ Piñatex lediglich mithilfe der tropischen Frucht gegerbtes, herkömmliches Leder ist, der irrt. Piñatex ist nämlich vollständig vegan. Das von der Spanierin Carmen Hijosa entwickelte Material wird aus Ananasblättern hergestellt, die normalerweise ein Abfallprodukt bei der Ernte der Früchte sind. Auf den Philippinen entwickelte Hijosa einen Prozess, um aus den Resten ein sogenanntes Non-Woven herzustellen, das Leder ziemlich ähnlich sieht. Verarbeitet wird das Material beispielsweise schon von Ina Kölln (Tasche) und dem Schuhhersteller Po-Zu (Slipper).

 

Wildleder aus Pilzen: MuSkin

Weiter geht’s mit dem nächsten kuriosen Material: MuSkin wird auf der Grundlage von Pilzen hergestellt. Die Kappen werden hierfür getrocknet und gegerbt, jedoch gänzlich ohne Chemikalien. Das Material ist laut dem Hersteller Grado Zero Espace Wildleder recht ähnlich, ist atmungsaktiv und bestens geeignet, um hautnah getragen zu werden. Aussehen kann das Ganze zum Beispiel so.

 

Kork als Lederalternative

kork-leder-alternative-leather-1

 

Über Kork habe ich schon einige Male hier auf dem Blog berichtet, wahrscheinlich auch, weil es die Lederalternative ist, die am häufigsten verwendet wird und auch bei Mainstream-Labels ab und an ihren Auftritt als Trendmaterial hat. Die Korkherstellung hat in Südeuropa eine lange Tradition und die Korkwälder sind Heimat vieler Tierarten – durch den Kauf eines (fairen) Korkproduktes wird also eine gute Sache unterstützt. Und keine Angst: Den Bäumen tut die Korkernte nicht weh 😉 (Sandalen von Nae, Tasche von Jentil London)

 

Urvlies Barkcloth

Wie, was, Barkcloth?! Das habe ich auch gedacht, als ich den kryptischen Namen zum ersten Mal gelesen habe. Im Prinzip ist das Material Kork in seiner Herkunft ähnlich: Es wird nämlich aus der Rinde des ostafrikanischen Feigenbaums Mutuba gewonnen – und das schon seit einigen Jahrhunderten. Früher war das Tragen der besten Vliese dem Königshaus vorbehalten. Gefertigt wird auch heute noch in Afrika. Bisher wird das Material eher für Inneneinrichtung verwendet, vielleicht aber demnächst auch für Mode?

 

Modeaccessoires aus Papier

papier-leder-alternative-leather-2

Manchmal kann es mit den Lederalternativen ganz einfach sein: Denn auch Papier ist – wenn es richtig bearbeitet wird – ein toller Ersatz. Das italienische Label Uashmama verarbeitet Zellulose zu hübschen Taschen, Rucksäcken und Körbchen, die nicht nur absolut alltagstauglich, sondern auch noch relativ günstig sind. Produziert wird in einem kleinen Dorf in der Toscana. (Iki Tasche & Capri Rucksack von Uashmama)

 

Welche Lederalternative würdet ihr mal ausprobieren?

 

Titelbild: Ina Kölln

Share
Previous Post Next Post

Nachschlag gefällig?

Blogroll

fair fashion blogs Mehr fairen & nachhaltigen Lesestoff findest du hier!

Wardrobe Revolution Guide